Feedforward Ursprung - Von der Idee zur Führungsmethode
- Doris Lindner

- 23. Sept.
- 5 Min. Lesezeit
Warum Feedforward? Und woher kommt das eigentlich?
Du hast vielleicht schon von der Feedforward-Methode gehört. Vielleicht hast du sie sogar schon ausprobiert als Alternative zum klassischen Feedback. Was viele nicht wissen: Die Idee dahinter ist nicht neu. Und sie kommt auch nicht nur von Marshall Goldsmith.
Tatsächlich steckt hinter Feedforward mehr als ein smarter Begriff. Es ist ein Denkansatz, der über Jahrzehnte gewachsen ist und heute in Coaching, Führung und Lernprozessen ganz neue Wege eröffnet - ein zukunftsorientierter Ansatz für moderne Führung.
Viele Führungskräfte spüren: Feedback bringt uns oft nicht mehr weiter. Sie suchen nach neuen Wegen, nach einem Gesprächsansatz, der nicht auf Bewertung, sondern auf Entwicklung zielt.
👉 Was genau hinter dieser Idee steckt, liest du hier: Feedforward Bedeutung – Eine Einladung zur Entwicklung
In diesem Beitrag zeige ich dir:
wie Feedforward ursprünglich gedacht war,
warum Peter W. Dowrick damit völlig andere Ziele verfolgte als Marshall Goldsmith,
und wie daraus ein Gesprächsansatz geworden ist, der im Führungsalltag wirklich funktioniert.
Ohne Fachchinesisch. Ohne Idealbilder. Sondern so, wie echte Gespräche zwischen echten Menschen gelingen können und wirken.
👉 Wenn du wissen willst, wie du Feedforward als Führungsinstrument im Alltag nutzen kannst, findest du hier eine ausführliche Übersicht: Feedforward-Methode im Führungsalltag - 5 Schritte zur Anwendung

Inhaltsangabe
1. Was ist Feedforward? Einstieg mit Marshall Goldsmith
2. Woher kommt die Idee eigentlich? Ein Blick zurück
3. Und was ist daraus geworden? Feedforward heute
4. Feedforward erklärt: Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Ursprung
Was bedeutet Feedforward und woher stammt der Begriff?
Was ist der Unterschied zwischen Goldsmiths Feedforward und Dowricks Ansatz?
Warum sollte man den Ursprung der Feedforward-Methode verstehen?
1. Was ist Feedforward? Einstieg mit Marshall Goldsmith
Der Begriff „Feedforward“ wurde durch den US-amerikanischen Leadership-Coach Marshall Goldsmith bekannt. Seine Idee: Statt jemandem zu sagen, was er in der Vergangenheit falsch gemacht hat, gibst du ihm lieber einen konkreten Vorschlag für die Zukunft. Ohne Bewertung. Ohne Diskussion. Einfach: „Danke.“
So funktioniert’s:
Jemand sagt: „Ich will in Zukunft besser zuhören.“
Andere machen dazu konkrete Vorschläge.
Es wird nicht bewertet, nicht diskutiert, nur zugehört und angenommen.
Das Ziel: Entwicklung ermöglichen, statt Verhalten zu bewerten.
Das Ganze wirkt, weil es kein schlechtes Gefühl hinterlässt. Kein Rechtfertigen. Kein Schuldgefühl. Sondern: „Ah, das könnte ich ausprobieren.“ Goldsmiths Variante von Feedforward ist direkt, entlastend und überraschend wirksam. Eine dieser modernen, alternativen Feedbackmethoden, die in vielen Unternehmen inzwischen eingesetzt werden.
2. Woher kommt die Idee eigentlich? Ein Blick zurück
Der Begriff „Feedforward“ tauchte das erste Mal 1951 in der Kybernetik auf, also in der Wissenschaft davon, wie Systeme sich selbst steuern. Dort meinte man damit: nicht erst auf etwas reagieren, sondern schon vorher sinnvoll eingreifen. Klingt technisch, war es auch.
Richtig spannend wurde es erst in den 70ern: Der Psychologe Peter W. Dowrick arbeitete mit Kindern, die bestimmte Fähigkeiten noch nicht gut konnten, etwa lesen oder sich motorisch bewegen.
Er filmte sie dabei - schnitt dann die Stellen zusammen, in denen sie etwas richtig gemacht hatten und zeigte ihnen dieses Video. Ergebnis: Die Kinder sahen sich selbst erfolgreich. Und genau das brachte sie weiter.
Diese Methode nannte er „Video Self Modeling“. Heute würden wir sagen: ein ziemlich cleveres Lern-Tool, das Selbstwirksamkeit stärkt, weil es zeigt: „Ich kann das ja schon - zumindest ein bisschen.“
Mit Kommunikation hatte das noch wenig zu tun, aber die Grundidee war da: Statt zurückzuschauen, einen positiven Blick nach vorn öffnen. Feedback neu gedacht.
Goldsmiths Ansatz machte die Idee später populär und alltagstauglich: nicht als Video, sondern im Gespräch. Nicht als Bewertung, sondern als Einladung zur Entwicklung. Ein Coaching-Werkzeug, das in der Führung Wirkung entfalten kann.
3. Und was ist daraus geworden? Feedforward heute
Heute ist Feedforward in vielen Unternehmen angekommen, meist als schnelle Technik: Ziel definieren, Vorschlag einholen, bedanken - fertig.
Das klingt gut, bleibt in der Praxis aber oft an der Oberfläche.
Ich arbeite mit einem anderen Verständnis: Feedforward ist für mich keine Methode, sondern eine Haltung. Eine Einladung zur Entwicklung, ohne Bewertung, ohne Rückspiegel. Ein Ausdruck moderner, zukunftsorientierter Führung.
Ich setze Feedforward dort ein, wo klassische Feedback-Logiken nicht mehr greifen:
Wenn Führungskräfte sich unsicher fühlen
Wenn Mitarbeitende abblocken
Wenn Entwicklung stockt, obwohl „Feedback“ gegeben wurde
Was ich anders mache
Ich nutze Feedforward nicht als starre Technik, sondern als Haltung. Wenn du Feedforward so verstehst, brauchst du keine perfekten Formulierungen, sondern die Fähigkeit, offene Räume für Entwicklung zu gestalten.
Ich stelle Fragen, die nicht in eine bestimmte Richtung drängen, sondern neue Perspektiven öffnen. Ich gehe in echten Kontakt, lasse auch mal Pausen zu und höre wirklich zu. So entsteht kein Frage-Antwort-Spiel nach Lehrbuch, sondern ein lebendiges Gespräch.
Für mich ist Feedforward Teil einer systemischen Gesprächsführung: Ich gebe keine fertigen Lösungen vor, sondern schaffe einen Rahmen, in dem Menschen selbst Klarheit gewinnen und eigene Antworten entwickeln können. Kein Rezept also, sondern ein Raum, in dem Entwicklung wirklich in Bewegung kommt.
Und das funktioniert nicht nur im Einzelcoaching. Sondern überall da, wo echte Führung gefragt ist.
👉 Du willst wissen, wie Feedforward im Führungsalltag konkret funktioniert? Dann lies: Feedforward-Methode im Führungsalltag - 5 Schritte zur Anwendung
👉 Und wenn du noch einen Schritt weitergehen willst: Lass uns sprechen.
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4. Feedforward erklärt: Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Ursprung
Was bedeutet Feedforward und woher stammt der Begriff?
Der Begriff stammt aus der Kybernetik (1950er Jahre) und wurde später in der Lernpsychologie (Peter W. Dowrick) sowie im Leadership-Coaching (Marshall Goldsmith) weiterentwickelt. Heute wird er vor allem als Führungstool eingesetzt, das auf Entwicklung statt Bewertung setzt - als Element zukunftsorientierter Führung.
Was ist der Unterschied zwischen Goldsmiths Feedforward und Dowricks Ansatz?
Dowrick arbeitete mit Video-Selbstmodellen, um Menschen positive Zukunftsbilder von sich selbst zu zeigen: als Lernhilfe. Goldsmiths Ansatz ist dialogisch: Er schlägt vor, anderen konkrete Vorschläge für die Zukunft zu machen, ohne auf Fehlern der Vergangenheit herumzureiten. Beide stehen für Feedback neu gedacht.
Warum sollte man den Ursprung der Feedforward-Methode verstehen?
Weil es hilft, den Unterschied zwischen Technik und Haltung zu verstehen. Feedforward ist nicht einfach ein netter Gesprächstrick, sondern ein Coaching-Werkzeug für moderne Führung: eine Einladung, Verantwortung zu übergeben, Vertrauen zu fördern und gemeinsam Entwicklung zu ermöglichen.
5. Fazit: Beides kennen, bewusst wählen können
Du brauchst keinen Werkzeugkoffer voller Methoden. Du brauchst die Klarheit, wann welches Werkzeug wirkt. Feedback schafft Orientierung. Feedforward aktiviert Entwicklung.
Stell dir vor: Du kombinierst beides. Sagst, was war und fragst, was werden kann.
Das ist Feedback neu gedacht. Und echte Führung.
👉 Du willst Feedforward als Führungsinstrument verstehen - jenseits von Techniken? Dann schau dir diesen Überblick an Wenn du glaubst, Feedback sei der Schlüssel zu guter Führung, dann kennst du Feedforward noch nicht.
Noch ein Hinweis zum Schluss:
Der Begriff „Feedforward“ hat eine spannende Geschichte - von der Systemtheorie über die Lernpsychologie bis zur Führungsentwicklung. Die Ursprungsidee stammt nicht von mir. Aber das, was ich daraus für meine Arbeit mit Führungskräften gemacht habe, ist mein eigener Weg, angepasst an das, was im Alltag wirklich hilft: Klarheit, Entwicklung und echte Gespräche auf Augenhöhe. Für ein modernes Führungsverständnis, das nicht auf Kontrolle, sondern auf Wirksamkeit setzt..
🎯 Für Führung, die wirkt - und Teams, die bleiben.
Deine Doris von Your Business Coach

Autorin:
Doris ist erfahrene Leadership-Trainerin und systemische Business Coach mit einem Herz für KMUs. Aufgewachsen in einem Familienunternehmen, weiß sie, wie entscheidend gute Führung für den Erfolg eines Teams ist.
Aus eigener Erfahrung als Führungskraft auf Bereichsleiterebene kennt sie die täglichen Herausforderungen von Führung - besonders in technischen Unternehmen. Sie hilft Führungskräften, Vertrauen aufzubauen, Mitarbeiter zu halten und echte Leadership-Skills zu entwickeln.



